Traumatherapie und Traumaberatung

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind wir als Begleiter, Pädagogen und Therapeuten immer wieder aufgefordert, flexibel, kreativ und gegenwärtig zu intervenieren.
Therapeutische oder beratende Konzepte, die zwar in der Theorie höchst effektiv, ergebnis- und zielorientiert sind, geraten nicht selten schnell an ihre Grenzen, weil sie die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir zu tun haben, nicht nachhaltig erreichen.
Die Integration von Körpererleben, Alltags- und Lebensbezogenheit spielen deshalb immer wieder ebenso eine große Rolle in der Therapie wie die Offenheit, Gegenwärtigkeit und Wahrnehmungsfähigkeit des Therapeuten.

Ziel unserer Experientiellen Traumatherapieweiterbildung ist,
die Erkenntnisse der aktuellen Traumaforschung in Verbindung mit einem erlebensorientierten Ansatz, wie es die Weiterentwicklung der klientenzentrierten Methode nach Gendlin ist, zu verknüpfen.
Im Focusing geht es im Besonderen darum, dass die Veränderungen nicht nur von außen sichtbar, sondern tatsächlich von den Kindern und Jugendlichen erlebt und gespürt werden. Der Therapeut oder Pädagoge begleitet diesen Prozess der Überprüfung von Wirkungen ständig.
Durch körperorientierte Methoden und Focusing bringt der/die Therapeut*in die Klienten direkt in Kontakt mit dem eigenen Erleben und eröffnet damit Beziehungsräume, die stimmige Lösungswege entstehen lassen. Peter A. Levine hat in seinem Ansatz der Traumatherapie die Methode des Focusing sinnvoll integriert.

Diese Weiterbildung vermittelt die Schlüsselkonzepte traumatologischer Arbeit und erlebensorientierter Intervention in Theorie und Praxis sowie das therapeutische Handwerkszeug und Entwicklungsmöglichkeiten eigener Potentiale der Therapeut*innen.

Es werden in der Weiterbildung neben den erlebensbezogenen Methoden und des Focusing auch Kompetenzen zur Anwendung der Unterstützung von Achtsamkeit und die Einübung der Haltung von Achtsamkeit gelehrt. Grundlagen der Traumatherapie der Methoden der imaginativen Arbeit von Luise Reddemann und die systemische Perspektive von Reinert Hanswille sind wichtige Bestandteile der Weiterbildung, die besonders in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit frühen Traumafolgestörungen und Bindungsstörungen sinnvoll angewandt werden können. Spezielle kreative Methoden der Spieltherapie und Theatertherapie werden vorgestellt und erprobt.

Unterrichtsstunden Theorie (160 Stunden)

Die von uns angebotene Weiterbildung ermöglicht die Verknüpfung und Integration von Erlebensorientierung, Körperwahrnehmung, Verhaltenstherapie, systemischen Sichtweisen und vertieften Kenntnissen der neueren Traumaforschung und Traumatherapie.
Im Hinblick auf die Beraterkompetenz werden Grundlagen des Focusing erlernt, welches die Grundhaltung von Wertschätzung und Akzeptanz, Kongruenz und Empathie vermittelt.
Eine weitere Schwerpunktsetzung liegt in der Vermittlung von resilienzfördernden Methoden der systemischen und traumazentrierten Therapie und Stabilisierungstechniken. Durch den Wechsel von theoretischen Erläuterungen und praktischen Erfahrungen gestaltet sich diese Weiterbildung lebendig und ganzheitlich.

Diese Weiterbildung richtet sich insbesondere Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Multiplikatoren in helfenden Berufen, die mit traumatisierten Klienten und/oder Familien arbeiten.

Human- und sozialwissenschaftliche, psychologische und pädagogische sowie rechtliche Grundlagen im Kontext von Beratungsarbeit

1. Ziel:
Erwerb von abrufbarem Wissen in oben genannten Grundlagenbereichen; Wissen anwenden und reflektieren

2. Ziel:
Erwerb spezifischen Handlungswissens

Focusing
wurde von Prof. Gendlin, einem Mitarbeiter von Carl Rogers, entwickelt.
Innerhalb dieses Konzeptes hat er den klientenzentrierten Ansatz erweitert, indem er Körper- und Erlebensprozesse im Rahmen seines Focusingansatzes integrierte.
Gendlin entdeckte im Rahmen seiner Psychotherapieforschung in den 60er Jahren, dass der Erfolg einer Psychotherapie weder von der methodischen Richtung noch von dem Inhalt des Gespräches abhängt, sondern vielmehr davon, wie ein Klient über sich spricht.
Dieses „wie“ beschrieb Gendlin folgendermaßen:
"Für die erfolgreiche Lösung persönlicher Probleme ist es erforderlich, die Aufmerksamkeit beim Denken und Sprechen über ein Thema unmittelbar auf das eigene Erleben zu richten."
Es stellte sich heraus, dass dieses Hinhorchen auf die eigene körperliche Befindlichkeit und das behutsame Begleiten des inneren Erlebens zu einer deutlich spürbaren Veränderung führt. Nachdem Gendlin festgestellt hat, dass sich die Klienten in Bezug auf diese Fähigkeit schon in den ersten zwei Therapiestunden deutlich voneinander unterscheiden, arbeitete er in den folgenden Jahren daran, den Prozess, den Weg hin zu dieser Erlebnisqualität (erlebensorientierte und experientielle Therapie) so genau zu analysieren und zu beschreiben, dass er lehr- und lernbar wird. So entstand des Konzept des Focusing.
Focusing im therapeutischen Prozess ermöglicht den Klient*innen, in eine vertiefte Beziehung mit sich selbst zu treten, auf sich selbst zu hören, den Kontakt zwischen Denken und Fühlen herzustellen, sich auf die unbewusste/vorbewusste Seite des Erlebens als eine körperlich gefühlte Qualität (gefühlte Bedeutung, "felt sense“) direkt zu beziehen. So kann er deutlicher das Gefühl für "richtig" und "falsch" entwickeln und ernstnehmen. Im Umgang mit belastenden Alltagssituationen sowie als Begleitmethode, um andere Menschen in ihrem Prozess der Selbstauseinandersetzung konstruktiv zu begleiten, ist dies auch für die Elternarbeit eine effektive Methode. Verhaltenstherapeutische Interventionen erhalten hierdurch eine vertiefte und erweiterte Qualität.
Focusing beinhaltet "nach innen gerichtete körperliche Aufmerksamkeit":
Focusing regt dazu an, den Körper von innen her zu spüren, dem Spüren Raum zu geben, dem Körper Fragen zu stellen. Auf die Antworten des Körpers zu horchen kann seelische Prozesse und Blockaden bewusst machen.
Ziel dieser Weiterbildung ist das Erlernen der grundständigen Methodik des Focusing unter Einbeziehung verschiedener körperorientierter, psychotherapeutisch relevanter Interventionsmöglichkeiten wie des Achtsamkeitstrainings, verschiedener Entspannungsmethoden und körperorientierter Imaginationstechniken.
Achtsamkeit als angewandte Methodik in der Psychotherapie wird in VT-Konzepten (Linehan) bei strukturschwachen Patienten oder in anderen Konzepten (Reddemann) bei Patienten mit Traumafolgestörungen eingesetzt.
Nachweise von Veränderungen in den synaptischen Verknüpfungen zeigen die Effektivität dieser Anleitungen und Übungen.

Theorie und Praxis eines Achtsamkeitstrainings werden in der Ausbildung vermittelt.

Veranstalter und Veranstaltungsstätte:
OAP - Offenburger Akademie für Psychotherapie
Okenstraße 22
77652 Offenburg

Zielgruppe:
Kinder-und Jugendpsychotherapeuten
Psychologische Psychotherapeuten
Ärzte in Kliniken
Ärzte in freien Praxen
Mitarbeiter in Kliniken und Beratungsstellen
Sozialpädagogen in Arbeitsbereichen mit psychisch erkrankten Menschen
Pädagogische Fachkräfte

Kosten: 2800,- €uro

Inhalte

1. Grundlagen der Beratungstätigkeit (80 Stunden, siehe Focusing im Rahmen der erlebensorientierten Therapie)

2. Verstehen von Traumatisierung (20 Stunden)

3. Traumatisierung bei Kindern (14 Stunden)

4. Bausteine traumapädagogischer und traumatherapeutischer Arbeit (36 Stunden)

5. Beratung in Familien (10 Stunden)

Termine:
jeweils Freitag 15:00 – 20:00 Uhr und Samstag 9:00 – 17:30 Uhr

Praktika und Kleingruppen 60/88 Stunden

Kollegiale Kleingruppenarbeit 32 UE

Vertiefende Klientenarbeit in der Aufbaustufe / eigenständige Beratungseinheit (5/10 Einzelstunden) 28/56 UE

Dozenten:

Dr. phil. Balkhausen, Diana
Diplom-Pädagogin, Körperpsychotherapeutin (HPG),
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (VT), Systemische Traumatherapeutin, Lehrtherapeutin

Prof. Feuerstein, Heinz-Joachim
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Ausbilder für Klientenzentrierte Gesprächsführung, Klientenzentrierte Psychotherapie und Supervision (GwG); Trainer und zertifizierungsberechtigter Koordinator am International Focusing Institute New York

Prof. Dr. h. c. [UIPA] Schley, Kurt
Diplom-Sozialarbeiter (FH); Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, EMDR-Therapeut, Ausbilder DFG für Focusing, Gesprächsführung und Supervision, Supervisor DFG, Reittherapeut DFG

Kosten: 2800,- €uro (zahlbar in 18 Monatsraten)

Die nächste Weiterbildung beginnt im Herbst 2018.
Bei Interesse wenden Sie sich an
Dr. phil. Diana Balkhausen:
oap@posteo.de

Die Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg hat diese Weiterbildung akkreditiert.

Offenburger Akademie
für Psychotherapie

Okenstraße 22
77652 Offenburg

Tel. 07 81 / 99 0 29 44 0
Tel. 07 81 / 99 0 29 44 1
Mail oap@posteo.de

Sprechzeiten
Montag bis Freitag
10.00 - 14.00 Uhr

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oap@posteo.de